Im Zuge der Sanierung des Bildungscampus Gera-Lusan soll eines der bedeutendsten baubezogenen Kunstwerke der DDR wieder öffentlich zugänglich werden. Das Wandbild „Die bewegende Kraft des Wissens“ des Künstlers Lutz R. Ketscher soll an einem Geraer Bildungszentrum neu installiert werden, teilte die Stadtverwaltung am Montag mit.
Die aus 312 emaillierten Metalltafeln bestehende Arbeit entstand den Angaben zufolge 1979 für ein Schulgebäude in Thale und war 2012 abgebaut, gesichert und eingelagert worden. Künftig soll das Kunstwerk an der Giebelseite des Klassentraktes seinen Platz finden. Zusammen mit einer geplanten Sporthalle soll es den öffentlichen Raum im sogenannten „Herz von Lusan“ prägen und einen identitätsstiftenden Akzent für den Stadtteil setzen. Die Wiederaufstellung verbinde den Erhalt des kulturellen Erbes der DDR mit der Entwicklung eines modernen Bildungsstandortes.
Charakter der DDR-Architektur bewahren
Die Sanierung des 1978 errichteten Schulkomplexes sieht laut Stadtverwaltung vor, die ursprüngliche Fassadengestaltung weitgehend zu bewahren. Die Gebäude sollen modernisiert und an heutige pädagogische Anforderungen angepasst werden, ohne den Charakter der DDR-Architektur grundlegend zu verändern.
Der heute 84-jährige Lutz R. Ketscher ist ein bedeutender deutscher Maler und Grafiker des Phantastischen Realismus und ein wichtiger Vertreter der sogenannten Leipziger Schule. Geboren und aufgewachsen in Gera, arbeitete er nach dem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Anschließend kehrte er zunächst wieder in seine Heimatstadt zurück. Seit 1990 wohnt er im fränkischen Schwarzenbach.