Die Kunstinstallation „The Rhinoceros in the Room“ mit einem überlebensgroßen weißen Nashorn des israelischen Künstlers Itamar Gov ist seit Dienstag in der Moritzkirche in Halle (Saale) zu sehen. Der 16 Meter lange Dickhäuter dominiert für eine Woche den gotischen Kirchenraum und solle zum Nachdenken über grundlegende Fragen des Zusammenlebens anregen, teilte die Direktorin des Kunstmuseums Magdeburg, Annegret Laabs, in Halle mit. „Die Installation thematisiert Mechanismen von Konformität, antidemokratische Einstellungen und Widerstand und lädt dazu ein, über eine offene, tolerante Gesellschaft nachzudenken“, sagte Laabs.
Die Installation des israelischen Künstlers Itamar Gov ist aktuell auf Tour durch Sachsen-Anhalt. Ausgehend vom Kunstmuseum Magdeburg und jetzt der Moritzkirche Halle folgen ab 18. Juli die Mönchskirche Salzwedel sowie ab 1. August die Alte Brauerei in Dessau-Roßlau. Weitere Stationen könnten folgen, sagte Laabs.
Weißes Nashorn will zu Widerspruchsfähigkeit anregen
„Rhinozerisieren“ bedeute im Hebräischen sinngemäß, sich autoritärem Gedankengut zu öffnen und sich unhinterfragt der Meinung anderer anzuschließen, hieß es. In diesem Sinne sei das dominante weiße Nashorn eine Metapher für „eine gefährliche gesellschaftliche Dynamik“ - auch im heutigen Sachsen-Anhalt.
Die Installation des israelischen Künstlers Itamar Gov erinnere daran, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, sondern von Widerspruchsfähigkeit und dem Mut zum eigenständigen Denken lebt. Zugleich solle das Nachdenken angeregt werden, was verloren gehen kann, wenn die Gleichgültigkeit gegenüber autoritären Entwicklungen wachse.