Chemnitz präsentiert vom 3. Oktober an eine Ausstellung mit Werken des Künstlerpaars Ursula Mattheuer-Neustädt (1926-2021) und Wolfgang Mattheuer (1927-2004). Unter dem Titel „Allegorien des Lebens“ stehen in der DDR entstandene Arbeiten im Fokus, wie die Kunstsammlungen Chemnitz am Freitag mitteilten. Sie hätten damals auch bestimmte politische Botschaften vermittelt - versteckt in der Kunst.
Den Angaben zufolge griffen seit den 1970er Jahren Künstlerinnen und Künstler in der DDR verstärkt auf klassische Mythen und literarische Stoffe zurück, um Kritik zu formulieren und gesellschaftliche Fragen zu verhandeln.
Eigene künstlerische Handschriften
Wolfgang Mattheuer etwa habe 1972 mit dem Bild „Die Flucht des Sisyphos“ den Auftakt für eine Reihe an Werken zu verschiedenen Mythen gegeben. Ursula Mattheuer-Neustädt habe ihre künstlerische Inspiration vor allem in Literatur und Poesie gefunden und häufig in schwarz-weißen Zeichnungen und Grafiken umgesetzt.
Trotz der engen persönlichen Verbindung hätten die beiden eigenständige künstlerische Positionen entwickelt, hieß es. Ursula Mattheuer-Neustädt gelte wegen zahlreicher Druckgrafiken als „die Meisterin der Linie“. Wolfgang Mattheuer sei vor allem wegen seiner Gemälde bekannt. Beide studierten einst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.
Anlass der Ausstellung mit Werken beider Persönlichkeiten ist der 100. Geburtstag von Mattheuer-Neustädt in diesem Jahr und von Wolfgang Mattheuer 2027. Das Projekt wird von den Kunstsammlungen Chemnitz gemeinsam mit dem Museum der bildenden Künste Leipzig und der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen realisiert.