Ausstellung zeigt futuristische PUR-Möbel aus Ost und West
Halle (epd).

Eine Sonderausstellung in Halle (Saale) gibt ab Freitag Einblick in die gesamtdeutsche Möbelwelt der 1960er und 1970er Jahre. Möbel aus Polyurethan (PUR) wie das legendäre „Garten-Ei“ oder der „Z-Stuhl“ wurden in der Bundesrepublik zum Ausdruck eines neuen Lebensgefühls, hieß es zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag im Stadtmuseum Halle. In der DDR sei PUR hingegen zum Staatsprogramm geworden: Eingebettet in das volkseigene Chemieprogramm wurden so preiswerte Möbel in Massenproduktion hergestellt.

Die Ausstellung „PURe Visionen“ wolle diese deutsch-deutsche Transfergeschichte beleuchten und zeigen, wie eng Chemie, Design, Politik und Konsum miteinander verbunden waren, hieß es. Zugleich greife die Schau aktuelle Fragen zur Wiederverwertung von Polyurethan und zur Nachhaltigkeit auf. Gezeigt werde exemplarisch, wie Designgeschichte, politische Geschichte und Alltagskultur ineinandergreifen würden.

Kuratiert wurde die Ausstellung vom Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem Museums Utopie und Alltag in Eisenhüttenstadt. Ergänzt wurde die Schau um hallesche Perspektiven, wie Entwürfe aus der Kunsthochschule Burg Giebichenstein.

Bunte Palette an Möbeln und Informationen

Zu sehen sind laut Stadtmuseum sowohl ikonische als auch weniger bekannte Möbelstücke und Entwurfszeichnungen aus Ost und West. Filmausschnitte und Fotos würden zudem Einblicke in die Herstellungsprozesse geben. Biografische Skizzen machten die Gestalter und Gestalterinnen hinter den Möbeln sichtbar. Werbefotos, Postkarten, Materialproben und weitere Kunststoffobjekte rundeten die Präsentation ab.