Zum 75. Geburtstag des Goethe-Instituts hat der Generalsekretär Johannes Ebert auf die vergangene Zeit zurückgeblickt. Auch nach vielen Jahrzehnten stehe noch immer die Förderung der deutschen Sprache im Ausland im Mittelpunkt, sagte Ebert am Dienstag im RBB-Hörfunk. Das Goethe-Institut wurde 1951 gegründet und betreibt den Angaben nach 154 Institute in 100 Ländern.
„Deutschland hat ein gutes Ansehen in der Welt“, sagte Ebert, es werde als stabiler Partner und als „Ort für Wirtschaft und Bildung“ geschätzt. Allerdings: „Wir sehen schon, dass ein bisschen das Ansehen bröselt“, erklärte der Generalsekretär. Der Grund sei neben der wirtschaftlichen Stagnation auch der Nahostkonflikt, welcher das Institut beeinflusse. Die deutsche Haltung werde als „zu einseitig“ wahrgenommen und müsse mit Verweis auf die historischen Hintergründe erklärt werden.
Förderung der Sprache, Kulturaustausch und Information
Aufgabe des Instituts sei neben der Förderung der deutschen Sprache auch ein Kulturaustausch und die Information über Deutschland, erklärte Ebert. Bei der Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg sei es zusätzlich um die „Heranführung Deutschlands an die Weltgemeinschaft“ gegangen. In den 1970er Jahren habe sich die Demokratisierung in der Bundesrepublik auf das Institut ausgewirkt, erzählte Ebert.
Auch danach habe sich das Institut phasenweise verändert. Heute stehe mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine auch Kultur- und Sicherheitspolitik im Fokus. Zum Abend hatte das Goethe-Institut zu einem Festakt in Berlin, unter anderem mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, eingeladen.