Wolkenhauer verzichtet auf Wahlempfehlung
Dessau-Roßlau (epd).

Der anhaltische Kirchenpräsident Karsten Wolkenhauer will vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September keine Wahlempfehlung abgeben. „Wer als Christenmensch die Wahlprogramme der Parteien zur Landtagswahl aufmerksam liest, braucht gewiss keine Wahlempfehlung“, sagte der leitende Geistliche der Landeskirche am Donnerstag der „Evangelischen Zeitung“ (online).

Auf die Frage, ob er noch Hoffnung habe, angesichts von mehr als 40 Prozent Zustimmung für die AfD bei Umfragen die Partei „zu stoppen“, sagte Wolkenhauer, er beschäftige sich weniger mit Umfragen. „Es ist ja als Kirche nicht unsere vordringlichste Aufgabe, Parteien zu stoppen“, sagte er: „Sondern wir sind dafür da, unter allen Umständen das Evangelium an die Menschen auszurichten.“ Die AfD ist in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Angespannte Lage

Mit Blick auf die vom AfD-Landesverband angekündigte Verringerung der Staatsleistungen für Kirchen erklärte Wolkenhauer: „Uns würde eine Streichung von finanziellen Mitteln besonders hart treffen.“ Wie schnell solche angedachten Kürzungen kommen könnten, sei schwer zu sagen, denn es handle sich um eine verfassungsrechtliche Angelegenheit.

„Keine politische Partei wird einfach mal so ungestraft Verfassungsrecht brechen können“, sagte Wolkenhauer: „Was Wahlkampf-Gebrüll ist und was am Ende tatsächlich durchgezogen wird, das werden wir sehen.“ Die anhaltische Kirche ist mit rund 23.000 Mitgliedern die kleinste Landeskirche innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).