Mit einem gemeinsamen Gottesdienst wird am Samstag in der Schlosskirche Wittenberg das Ende der Ausbildung sächsischer Vikarinnen und Vikare am Evangelischen Predigerseminar in Wittenberg begangen. Dies teilte das Seminar am Dienstag mit. Mit dem Ausscheiden der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens beenden in diesem Frühjahr zudem die letzten sächsischen Vikare ihre Ausbildung in Wittenberg. „Die Kirchen im Osten Deutschlands sind in einer Minderheitensituation und eng miteinander verbunden. Der Austausch wird fehlen“, sagte die Direktorin des Seminars, Birgit Neumann-Becker.
Das 1816 gegründete Predigerseminar ist eine der ältesten Ausbildungsstätten für angehende Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland. Träger des Seminars ist die Union Evangelischer Kirchen in der EKD, ein Verbund mehrerer evangelischer Landeskirchen. Als ihre Aufgabe verstehen sie es, „das theologische Erbe von Luther, Melanchthon und Bugenhagen lebendig zu halten und Wittenbergs ökumenische Ausstrahlung stärken“.
Weitgehende Veränderungen
Ab Mai beginnen 37 Vikarinnen und Vikare ihre Ausbildung im neu aufgestellten Kurssystem. Sie treffen auch auf vier neue Studienleiter. Der langjährige stellvertretende Direktor des Predigerseminars, Stefan Günther, Studienleiter Oliver Fischer und Studienleiterin Barbara Zeitler werden verabschiedet.
Ziel der zweijährigen Ausbildung am Predigerseminar bleibe weiterhin eine gute Vorbereitung auf den Pfarrdienst. „Wo Luther den Mut fand, neu zu denken, lernen auch heute Theologinnen und Theologen, Kirche mutig in die Zukunft zu denken“, sagte Neumann-Becker.