Pfarrer ruft zu Predigtstreik für den Frieden auf
Zehdenick (epd).

Die Initiative „Schweigen für den Frieden“ hat für die kommenden vier September-Sonntage Kirchengemeinden und Predigende zu einem Predigtstreik in den Gottesdiensten aufgerufen. „Stattdessen soll die Friedensbotschaft der Bibel im Mittelpunkt stehen: mit Schriftlesung, Stille, Musik, Gebet und anschließendem Austausch“, heißt es im Aufruf der Initiative zum Streikauftakt am 87. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges. Initiator ist der brandenburgische Pfarrer Andreas Domke von der evangelischen Kirchengemeinde Zehdenick nördlich von Berlin.

Der Predigtstreik verstehe sich als Zeichen gegen eine zunehmende Militarisierung der öffentlichen Sprache, sagte Domke, der zum Auftakt der Aktion am Dienstag auf dem Zehdenicker Marktplatz bei einem Friedensfest auftreten wollte. Krieg, Aufrüstung, Kriegstüchtigkeit, Abschreckung und Feindschaft prägten immer stärker gesellschaftliche und politische Debatten. Dem setze die Initiative ein bewusstes Schweigen entgegen, „damit die Bibel selbst zu Wort kommt“.

Keine Predigt, aber Bibel-Wort

Der Predigtstreik sei keine Arbeitsverweigerung, sagte Domke. Der Gottesdienst finde statt, nur ohne Predigt. Im Übrigen werde er in anderen geplanten Gottesdiensten, wie etwa zu Konfirmationsjubiläen, predigen.

Der Bischof der Evangelischen Kirche-Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, bezeichnete die friedenspolitische Position Domkes im RBB-Inforadio als eine Stimme von vielen in der Kirche. „Ich finde es gut, dass wir diese verschiedenen Stimmen haben und dass er seine Überzeugung auf diese Weise deutlich macht“, sagte Stäblein.