Mitteldeutsche Diakonie blickt sorgenvoll auf Landtagswahl
Halle (epd).

Die Diakonie Mitteldeutschland unterstützt die kirchliche Kampagne „Herz statt Hetze“ und will mit Blick auf die Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt klar Position gegen menschenverachtende Politik beziehen. Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland, Christoph Stolte, sagte am Mittwochabend in Halle (Saale): „Wir machen uns Sorgen, dass die AfD künftig auf kirchliche Wohlfahrtsarbeit Einfluss nehmen will.“ Bisherige Äußerungen ihrer Politiker machten deutlich, dass deren Menschenbild ein gänzlich anderes sei als das vom christlichen Glauben geprägte Verständnis der Diakonie.

Deshalb solle, ähnlich wie vor der Thüringen-Wahl 2024, im bevorstehenden Wahlkampf auch über das Programm der AfD informiert werden. Deren Politiker diskreditierten diakonische Einrichtungen für ihr Engagement in der sozialen Arbeit als „Asylindustrie“. Stolte unterstrich: „Wir wehren uns gegen jede Art von Diskreditierung und Verunglimpfung der diakonischen Liebestätigkeit.“

Herz statt Hetze

Dem pflichtete der Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, bei und kündigte die gemeinsame Kampagne „Herz statt Hetze“ von Kirche und Diakonie an. Entsprechende Banner sollen vor der Landtagswahl an Kirchtürmen und Pfarrhäusern aufgehängt werden. So sei Kirche auch öffentlich erkennbar.

Diakonievorstand Stolte sprach sich dafür aus, dass alle demokratisch verfassten Parteien miteinander sprachfähig bleiben müssten und man im Interesse des Landes notfalls auch frühere Beschlüsse revidieren müsse. „Demokraten sollten zusammenhalten.“ Landesbischof Kramer betonte, dass dies die Parteien selbst entscheiden müssten. Für die EKM gelte, dass vom christlichen Menschenbild her „rechtsextreme Parteien wie die AfD nicht wählbar“ seien.

Große Herausforderungen

Stolte sagte, seit 175 Jahren fuße diakonische Arbeit in Mitteldeutschland auf christlicher Nächstenliebe. Dies werde nicht aufgegeben. Christliche Werte und die verfassungsgemäßen Grundwerte wie der Schutz der Menschenwürde seien auch künftig die Richtschnur der diakonischen Arbeit in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Menschen sollten sich sicher fühlen können, egal welcher Herkunft sie sind, betonte der Diakonievorstand.

Von Thomas Nawrath (epd)