In Brandenburg gibt es nach Angaben des Kulturministeriums inzwischen mehr als 400 Kooperationsvereinbarungen verschiedener Akteure zum Erhalt von Kirchen. Angesichts knapper Finanzmittel seien solche Kooperationen und auch neue Nutzungskonzepte wichtig für die Bewahrung des kirchlichen Kulturerbes im Bundesland, sagte Kulturstaatssekretär Tobias Dünow (SPD) am Mittwoch im Kulturausschuss des Landtags in Potsdam.
In Debatten über den Erhalt von Kirchen müssten zugleich die Menschen, die sie nutzen und brauchen, im Mittelpunkt stehen, nicht in erster Linie die Bauwerke, betonte Dünow. Erhaltene Kirchen seien gut, erhaltene und genutzte Kirchen seien jedoch „noch viel besser“. Es gebe „unendlich viele Kooperationsmöglichkeiten“. Erste Ansprechpartner könnten Kulturakteure sein, wie dies bereits unter anderem bei den Musikschulen geschehe.
Ankerpunkte im Land
Kluge Umnutzungen von Kirchen könnten dabei auch zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen, sagte Dünow. Insbesondere die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz habe bereits in größerem Maß beeindruckende Lösungen für neue Nutzungen von Kirchen gefunden. Darüber müssten jedoch die Kirchen selbst entscheiden. Das Land wiederum könne bei der Vermittlung von Kontakten helfen.
„Kulturelles Leben in der Fläche ist ohne Dorfkirchen nicht denkbar“, sagte Dünow. Das Kulturministerium stehe dazu, dass ein Erhalt der Kirchen auch als Ankerpunkte im ländlichen Raum nicht ohne staatliche Zuwendungen möglich sei. Es müsse alles dafür getan werden, die Kirchen dabei zu unterstützen, bei der Nutzung auch neue Wege zu gehen.