In Berlin haben Vertreter von 18 Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) die revidierte „Charta Oecumenica“ unterzeichnet. Die europäischen Leitlinien für die kirchliche Zusammenarbeit sollen damit in Deutschland breiter verankert werden, hieß es zur Unterzeichnung am Dienstagabend im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt. Neu aufgenommen wurden Abschnitte zu Frieden, Migration, neuen Technologien und zur Bedeutung der Jugend.
Die „Charta Oecumenica“ gilt als eines der bedeutendsten gemeinsamen Dokumente der christlichen Kirchen in Europa. Das Papier formuliert Leitlinien und Selbstverpflichtungen für die Zusammenarbeit der Kirchen. Der Text wurde zum Abschluss eines „Millennium-Gipfels“ im April 2001 in Straßburg von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und dem katholischen Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) verabschiedet. Beide Organisationen repräsentieren Kirchen, denen fast alle reformatorischen, orthodoxen und katholischen Christen auf dem Kontinent angehören.
Selbstverpflichtung der Kirchen
Der Vorsitzende des Weltkirchenrats, Heinrich Bedford-Strohm, appellierte nach Angaben der ACK an die Kirchen, ihre anhaltende Trennung „nicht als Normalfall“ zu betrachten. Der frühere bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) betonte zudem die klare Haltung der fortgeschriebenen „Charta Oecumenica“ gegen eine politische Instrumentalisierung des Christentums.