Kreuzwege sollen Bezug zu Jesus im eigenen Leben aufzeigen
Erfurt (epd).

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland weist auf die besondere Bedeutung von Kreuzwegen in der Osterzeit hin. Mit diesen Andachten bereiteten sich Gemeinden auf die Karwoche vor, erklärte das Landeskirchenamt am Mittwoch in Erfurt. Kreuzwege verbinden das Gedenken an den Leidensweg Jesu mit heutigen Lebenswirklichkeiten.

Rund um den 27. März, eine Woche vor Karfreitag, findet den Angaben zufolge deutschlandweit der Ökumenische Kreuzweg der Jugend unter dem Motto „dahinter. Tiefer sehen, weiter gehen“ statt. Lieder, Gebete und Bilder sollen den Teilnehmenden Verbindungen zwischen der Passion Jesu und ihrem eigenen Leben aufzeigen. Die Organisatoren betonten, dass tiefer zu sehen nicht heiße, bei ersten Eindrücken stehenzubleiben. Vielmehr müsse genau hingeschaut und den Dingen auf den Grund gegangen werden.

Jahrtausende alte Tradition

Ein Sprecher der Landeskirche betonte, dass Kreuzwege nicht nur in der Jugend, sondern in allen Generationen ein Mittel seien, um über den Glauben und persönliche Lebensfragen nachzudenken. Sie regten dazu an, innezuhalten, die eigene Perspektive zu erweitern und die Botschaft der Karwoche lebendig zu erfahren. Zahlreiche Kirchgemeinden in Thüringen und Sachsen-Anhalt bieten den Angaben zufolge in der Osterzeit eigene Angebote an.

Kreuzwege haben im Christentum eine Jahrtausende alte Tradition. Bereits in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten pilgerten Gläubige in Jerusalem zu den Orten von Verurteilung, Geißelung und Kreuzigung Jesu. Später brachten Pilger diese Praxis nach Europa, wo zahlreiche Kreuzwege mit unterschiedlichen Stationen entstanden.