Kramer: Landeskirche würde gegen Stopp der Staatsleistungen klagen
Weimar (epd).

Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, hat eine positive Bilanz der Aktionen von Kirche und Diakonie vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag gezogen. Er erlebe eine bunte Vielfalt von Aktionen in den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden, sagte Kramer der am Donnerstag (online) in Weimar erscheinenden Mitteldeutschen Kirchenzeitung „Glaube+Heimat“. Darin gehe es um Freundlichkeit, Demokratie und das Miteinander vieler gesellschaftlicher Gruppen, die unter dem Slogan „Herz statt Hetze“ wachgerüttelt und zum Nachdenken angeregt werden sollen.

Die Kosten für die Aktionen bezifferte Kramer im mittleren fünfstelligen Bereich. Die Landeskirche habe einen Projektfonds eingerichtet sowie Fremdmittel eingesetzt. Bei der Verteilung von mehr als 100.000 Exemplaren der zweiten Auflage der kostenlosen Verteilzeitung „Herzblatt“ habe die Kampagnen-Organisation „Campact“ unterstützt. Mit dem Herzblatt sollte deutlich gemacht werden, wofür Kirche und Diakonie in Sachsen-Anhalt stehen.

Auswahl der Botschafter der Aktion „Friedensreiter“ verteidigt

Kramer verteidigte zudem die Auswahl der Botschafter der Aktion „Friedensreiter“. Der Linken-Politiker Gregor Gysi und die frühere Moskau-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz warben für ein Projekt, bei dem Mediatoren für eine Vermittlerrolle zwischen Konfliktparteien geschult werden. Die Auswahl hatte in sozialen Medien für Kritik gesorgt.

Kramer sagte zudem, die Landeskirche würde sich gegen eine Einstellung der Staatsleistungen juristisch wehren, sollte es dazu kommen. Bis zu einer gerichtlichen Klärung könnten Kredite aufgenommen werden.