Kirche sieht Chancen von "Smart Stores"
Potsdam (epd).

Die in Brandenburg geplanten „Smart Stores“ mit Sonntagsverkauf ohne Personal werden von der evangelischen Kirche positiv gesehen. Solche Verkaufsstellen könnten „für die Versorgung der Menschen im ländlichen Raum eine Chance darstellen“, sagte eine Sprecherin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag: „Gerade in einem Flächenland kann es sinnvoll sein, bestehende Angebote flexibler zu gestalten und damit die Erreichbarkeit von Waren des täglichen Bedarfs zu verbessern.“

Zum derzeitigen Stand des Gesetzentwurfs bestünden keine grundsätzlichen Bedenken der Landeskirche gegen die Pläne, sagte die Kirchensprecherin. Voraussetzung müsse jedoch sein, dass durch die geplanten Regelungen keine Mitarbeitenden gezwungen sind, sonntags zu arbeiten. Dies könne vermieden werden, „wenn das Befüllen der Regale nicht am Sonntag stattfindet“.

Vollautomatisiert und rund um die Uhr

Die Landesregierung hatte Ende März angekündigt, den Betrieb vollautomatisierter Supermärkte ohne Verkaufspersonal rund um die Uhr auch an Sonn- und Feiertagen möglich machen zu wollen. Die Neuregelung soll auf Verkaufsflächen bis zu 250 Quadratmetern begrenzt werden. Das Gesetz war im April in erster Lesung vom Landtag an den Sozialausschuss des Parlaments überwiesen worden.

Aus der BSW-Fraktion kam am Montag erneut Kritik an den Plänen. Wo es keine ausreichende Nahversorgung mehr gibt, könnten „Smart Stores“ zwar eine gute Lösung sein, hieß es in einem Facebook-Post. Eine Sonntagsöffnung an Orten mit anderen Geschäften könne jedoch die bestehende Nahversorgung verdrängen.