Führungswechsel in der Berlin-Brandenburger Diakonie
Berlin (epd).

Die Vorständin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Andrea Asch, ist am Mittwoch mit einem Festgottesdienst in der Berliner Passionskirche in den Ruhestand verabschiedet worden. Zugleich wurde ihre Nachfolgerin Anne-Katrin Escher-Lorenz (55) vom evangelischen Berliner Bischof Christian Stäblein offiziell in ihr Amt eingeführt.

Asch hatte gemeinsam mit Diakonie-Direktorin Ursula Schoen den evangelischen Wohlfahrtsverband in der Hauptstadtregion seit 2020 geleitet. Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft würdigten sie am Mittwoch als prägend für die soziale Landschaft in Berlin und Brandenburg und verlässliche Partnerin. Sie habe ihren Dienst in schwierigen Zeiten angetreten, sagte Bischof Stäblein.

Wichtiger Player

Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) erklärte, in Aschs Amtszeit sei die Bedeutung der Diakonie gewachsen. Die Sichtbarkeit von sozialen Verbänden, von demokratischen Vereinigungen, von Organisationen, die auf die Rechte der Schwächeren pochen, sei in diesen Zeiten „ein hohes Gut“. Dazu gehöre, sich „energisch einzumischen“ und „immer aufs Neue zu widersprechen“. „Das haben Sie aus meiner Sicht vorgelebt“, sagte die Sozialsenatorin.

Die Präsidentin von Brot für die Welt, Dagmar Pruin, sagte, Asch habe einen klaren Kompass, der sie leite und der ihre Haltung präge. In herausfordernden Zeiten wie diesen sei es von enormer Bedeutung, diesen Kompass zu haben.

Der sächsische Diakonie-Chef Dietrich Bauer sagte, Asch sei eine verlässliche Partnerin gewesen. Sie habe in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Herausforderungen dem Landesverband ein unverwechselbares Gesicht gegeben. Asch habe es immer geschafft, Bewegung auch in schwierige Situationen zu bringen, betonte die Vorsitzende des Diakonischen Rats, Ulrike Menzel.

Genauer hinschauen

Ihre Nachfolgerin Anne-Katrin Escher-Lorenz ist promovierte Juristin und war zuvor als Gesamtleiterin bei dem Bildungs- und Sozialunternehmen CJD Berlin-Brandenburg tätig. Mit ihr gewinne das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz eine Vorständin mit großer operativer Erfahrung, juristischer Expertise und tiefem Verständnis für aktuelle sozialpolitische Herausforderungen, sagte Bauer.

Die neue Vorständin will nach eigenen Worten besonders nicht erfüllte Sozialgesetzgebung auf Bundes- und Landesebene in den Fokus nehmen. „Die Gesellschaften in Berlin und Brandenburg haben sich in vielen sozialen Feldern auf Gesetze, auf Bedarfe und Ansprüche geeinigt, die von Politik und Verwaltung nicht erfüllt werden“, sagte Escher-Lorenz: „Es liegt mir am Herzen, da noch genauer hinzuschauen.“

Herausfordernde Zeiten

Bei allem Verständnis für die staatlichen Herausforderungen müsse sie als überzeugte Juristin klar und deutlich sagen: „Unsere Träger und vor allem die Menschen in Berlin und Brandenburg haben ein Recht auf Unterstützung. Und das werden wir durchsetzen.“

Diakonie-Direktorin Ursula Schoen sprach von herausfordernden Zeiten für den Wohlfahrtsverband in den kommenden Jahren: „Ich freue mich, gemeinsam mit Dr. Escher-Lorenz diese Herausforderungen anzugehen.“

Von Markus Geiler (epd)