EKD-Friedensbeauftragter: Atomwaffenfreie Welt muss das Ziel bleiben
Bonn (epd).

Das Ziel einer atomwaffenfreien Welt sollte nach Ansicht des EKD-Friedensbeauftragten, Friedrich Kramer, auch angesichts aktueller Konflikte nicht vergessen werden. „Leider erleben wir derzeit wieder eine Zeit des nuklearen Aufrüstens“, erklärte der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstag zum Jahrestag des ersten Atombombenabwurfs am 6. August 1945 auf die japanische Stadt Hiroshima.

Viele Atommächte würden ihr Atomwaffenarsenal modernisieren und erweitern, sagte der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland weiter. „Das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung.“ Kramer verwies auf den im Juni veröffentlichten Bericht des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri, wonach es im Januar weltweit schätzungsweise knapp 12.200 nukleare Sprengköpfe gegeben habe und Staaten zunehmend auf Nuklearwaffen zur Landesverteidigung setzten.

Kramer dringt auf neue Initiativen und internationale Vereinbarungen

„Das Ziel einer atomwaffenfreien Welt rückt damit in immer weitere Ferne“, kritisierte der Friedensbeauftragte. Er forderte die Staatengemeinschaft auf, wieder Gespräche für eine nukleare Rüstungskontrolle aufzunehmen. Anfang des Jahres sei mit dem New START-Vertrag das letzte verbliebene Abkommen zur Begrenzung von Nuklearwaffen ausgelaufen. Auch die Folgekonferenz zum Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag in New York sei im Frühjahr ergebnislos gewesen. Nötig sei „Mut, Wege zu mehr Vertrauen, Rüstungskontrolle und schrittweiser Abrüstung zu suchen“, mahnte der evangelische Theologe.