Bischof Stäblein entsetzt über Vorgehen von ICE
Berlin (epd).

Der Berliner evangelische Bischof Christian Stäblein hat das Vorgehen von Mitarbeitern der US-Einwanderungsbehörde ICE scharf kritisiert. Er sei „zutiefst erschauert, wenn ich die brutale Macht sehe, die sich in Gestalt der Ausländerbehörde ICE jetzt in Minneapolis über Recht und Menschlichkeit setzt“, erklärte Stäblein am Samstag im RBB-Hörfunk 88,8.

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz betonte: „Willkürlich töten und darüber offenkundig lügen“ zerstöre jene westlichen Werte, die die christliche und christlich-jüdische Kultur bisher ausgemacht haben. „Willkürliche Gewalt zerbricht Zivilisation“, sagte Stäblein.

Willkürliche Machtanmaßung

Er sei froh, „dass sich so viele Amerikanerinnen und Amerika jetzt gegen die willkürliche Machtanmaßung der ICE erheben“. Dabei zitierte er den evangelischen Theologen und von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906-1945): „Es genügt nicht, die Opfer zu verbinden, man muss dem Rad in die Speichen fallen.“ Für diese Haltung und seinen Widerstand habe Bonhoeffer mit dem Leben bezahlt, sagte Stäblein.

Weiter rief der Bischof zur Solidarität mit den Christinnen und Christen der US-amerikanischen Partnerkirche in Gedanken und Gebet auf. Diese stellten sich jetzt der willkürlichen Gewalt mutig entgegen.