Für die braunschweigische Landesbischöfin Christina-Maria Bammel ist die AfD als Partei nicht wählbar. „Mich überkommt das kalte Grausen, wenn Menschen mit Führungspositionen in der AfD von sogenannter Remigration sprechen und zudem alle Inklusionsbemühungen zur Strecke bringen wollen“, sagte die promovierte evangelische Theologin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ebenso abschreckend sei es, dass die AfD mit den Zukunftssorgen und Abstiegsängsten der Menschen spiele, um davon zu profitieren.
Bammel wurde Ende Juni in ihr Bischofsamt eingeführt. Zuvor war sie seit 2019 Pröpstin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.
Weiter sagte die Bischöfin, dass zwischen der Partei und ihren Wählerinnen und Wählern unterschieden werden müsse. Die Beweggründe, für die AfD zu stimmen, seien vielfältig und nicht immer mit einfachen Begründungen abzutun. Entsprechend brauche es eine ehrliche, respektvolle und vor allem langfristige Auseinandersetzung mit AfD-Anhängern: „Nicht nur dann, wenn gerade Wahlen anstehen“, unterstrich Bammel.
Beiträge zur Demokratie-Bildung
Die AfD in Sachsen-Anhalt hat mit Blick auf die Landtagswahl im September ein sogenanntes Regierungsprogramm verabschiedet, in dem sie in Opposition zu bestehenden Institutionen wie den großen Kirchen geht. Unter anderem will die Partei die Staatsleistungen an die Kirchen abschaffen.
Die braunschweigische Kirche, deren Gebiet sich mit den beiden Exklaven Calvörde und Blankenburg bis nach Sachsen-Anhalt erstreckt, trage mit vielen Projekten, aber auch durch lebendige Gemeindearbeit zur Demokratie-Bildung bei, betonte Bammel. Jede Jugendarbeitsgruppe, jeder Chor, jedes Familienzentrum und jeder Sprachkurs der evangelischen Erwachsenenbildung sei ein Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig gehören 239 Gemeinden mit rund 264.000 Mitgliedern im Südosten Niedersachsens sowie im Ostharz.