Der Pfarrer an der Berliner Versöhnungskapelle, Thomas Jeutner, wird am Sonntag in den Ruhestand verabschiedet. Als Pastor der evangelischen Gemeinde am Gesundbrunnen werde er im Rahmen eines Open-Air-Gottesdienstes vor der Kapelle verabschiedet, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Berlin mit. Der 1960 in Prenzlau in der Uckermark geborene Jeutner war 13 Jahre lang Pfarrer an dem Gedenkort in der Bernauer Straße. Bekannt wurde er außerdem durch sein Engagement für Frieden und Geflüchtete.
In der DDR erlernte Jeutner zunächst den Beruf des Fernmeldemechanikers bei der Deutschen Reichsbahn und leistete seinen Pflichtdienst als Bausoldat ab. Später studierte er evangelische Theologie. In den 1980er Jahren engagierte sich der überzeugte Pazifist bei der friedlichen Revolution und nahm an Demonstrationen teil. Rund zehn Jahre lang arbeitete Jeutner als Pressepfarrer in Greifswald. Danach war er zwölf Jahre in einer Hamburger Gemeinde tätig.
Engagiert in Friedens- und Flüchtlingsarbeit
Seine Pfarrstelle in Berlin übernahm Jeutner 2013. „Der Arbeitsort an der alten Grenzwunde, auf dem ehemaligen Todesstreifen, wo die Kapelle der Versöhnung steht, hat für mich gut gepasst“, sagte er anlässlich seines bevorstehenden Abschieds in den Ruhestand. Wo früher die Mauer stand, initiierte er den Bau des Gemeinschaftsgartens „NiemandsLand“.
Weiterführen will Jeutner sein Engagement für Kirchenasyl und seine Friedensarbeit. Mit Gleichgesinnten veranstaltet er jeden Monat einen Trauerweg für Kriegsopfer, der von der ukrainischen zur russischen Botschaft in Berlin führt.