Der Berliner Erzbischof Heiner Koch warnt vor einem Wahlsieg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September. „Mein Problem ist das grundsätzliche Menschenbild dieser Partei“, sagte Koch, dessen Bistum neben Berlin und Brandenburg auch Vorpommern und ein Gebiet in Sachsen-Anhalt umfasst, dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag/Online).
Fremdenfeindliche und menschenverachtende Positionen seien mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. „Die AfD will einen anderen Staat, viele ihrer Mitglieder orientieren sich an Orban, an Putin, an Trump - und das gleichzeitig. Das bringe ich nicht zusammen“, so der Erzbischof.
Spreche niemandem den Glauben ab
„Für uns ist die wichtigste Botschaft das Evangelium, die Liebe Gottes zu jedem einzelnen Menschen“, betonte Koch. Damit seien völkischer Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nicht vereinbar.
AfD-Politikerinnen und -Politikern wie Beatrix von Storch oder der Brandenburger AfD-Fraktionsvorsitzenden Hans-Christoph Berndt, die sich selbst als Christen bezeichnen, spreche er nicht den Glauben ab, sagte Koch. Aber er könne eine ganze Reihe von Äußerungen und Verhaltensweisen nicht mit seinem Glauben in Einklang bringen. „Mir ist etwa nicht klar, wie man Nächstenliebe nur für eine bestimmte Gruppe von Menschen aufbringen kann“, sagte der Berliner Erzbischof. Wer hier Menschen bevorzuge und sage, für andere Menschen gelte die Nächstenliebe nicht mehr, könne sich nicht mehr auf die christliche Botschaft berufen.