Baustart für innovativen Kirchenumbau in Apolda
Apolda, Erfurt (epd).

Im thüringischen Apolda beginnt am Donnerstag der Umbau der Martinskirche zu einem offenen soziokulturellen Zentrum. Die Stadt und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde wollen damit ein Zeichen für eine innovative Kirchennutzung und eine lebendige Stadtentwicklung setzen, teilte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) am Montag in Erfurt mit.

Die Baukosten betragen den Angaben zufolge rund 3,95 Millionen Euro. Gefördert werde das Projekt vom Land Thüringen aus Bundesmitteln der Städtebauförderung. Stadt und Landeskirche beteiligen sich mit Eigenmitteln.

Haus im Haus

Das architektonische Konzept sieht ein „Haus im Haus“ vor. In das rund 220 Quadratmeter große Langschiff soll ein eigenständiger Baukörper eingefügt werden. Zuvor sollen barocke Holzemporen entfernt werden, um die ursprüngliche Raumweite wiederherzustellen. Im Erdgeschoss entsteht ein multifunktionaler Platz, darüber Räume für Gemeindeleben, Büros und soziokulturelle Angebote.

Die 1119 erstmals urkundlich erwähnte Martinskirche liegt unweit des Marktplatzes direkt an der Fußgängerzone der Stadt im Weimarer Land. Nach jahrzehntelanger Nutzung als Kunstgutdepot der Landeskirche soll der historische Bau nun zu einem Ort für Begegnung, Kultur und gesellschaftliches Engagement werden. Die sakrale Nutzung bleibt im Chorraum erhalten, während das Langschiff für vielfältige weltliche Veranstaltungen geöffnet wird.

Seit 2021 ist das Vorhaben laut Landeskirchenamt Teil der Internationalen Bauausstellung Thüringen. Es zählt zu den Modellprojekten des Programms „Stadtland:Kirche“.