Der am 12. März verstorbene Thüringer Altbischof Joachim Wanke ist am Samstag im Kreuzgang des Erfurter Doms beigesetzt worden. Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige würdigte ihn in seiner Predigt zur Totenmesse unmittelbar zuvor als prägende Persönlichkeit der katholischen Kirche in Ostdeutschland. Wanke habe sein Leben konsequent am Leitwort „den Spuren Christi folgen“ ausgerichtet und sich auch unter schwierigen Bedingungen klar zum Glauben bekannt.
Feige erinnerte zudem an Wankes Wirken als Seelsorger, Theologe und Brückenbauer zwischen den Konfessionen. Er habe die Umbrüche nach 1989 als Chance verstanden und die Kirche aktiv in gesellschaftliche Veränderungen eingebracht. Sein Vermächtnis sei die Überzeugung, dass das Evangelium gerade in Zeiten des Umbruchs Orientierung gebe. Wankes Botschaft bleibe, Glauben lebendig zu halten und Hoffnung zu vermitteln.
Gäste aus Bevölkerung, Kirche und Politik
Feige und Wanke standen sich ein halbes Jahrhundert persönlich und theologisch nahe. Beide einte zudem ihre biografische Verwurzelung in der DDR. Die Beisetzung im voll besetzten Dom fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung sowie zahlreicher Vertreter aus Kirche und Politik statt.
Wanke stand fast sechs Jahrzehnte im priesterlichen Dienst und über 40 Jahre im Bischofsamt. Der 1941 in Breslau geborene Geistliche war erster Bischof des 1994 gegründeten Bistums Erfurt. Seit seinem Rücktritt 2012 lebte er als emeritierter Bischof in Erfurt. Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit zählte der Besuch von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2011 in Erfurt.