Allianzkonferenz startet mit Appell zu mehr Demut im Glauben
Bad Blankenburg (epd).

Der Vorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland, Reinhardt Schink, hat Christen davor gewarnt, menschliches Leid vorschnell religiös zu deuten. Zum Auftakt der 130. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg sagte er am Mittwochabend, das biblische Buch Hiob stelle festgefügte Glaubensgewissheiten infrage und lehre, die Grenzen eigener Erkenntnis anzuerkennen.

Schink sagte, die Freunde Hiobs wollten Gott verteidigen und lagen am Ende doch falsch. Es komme nicht darauf an, viel über Gott zu wissen. Wichtig sei, wirklich richtig von ihm zu reden.

Kramer: Gestalt Hiobs aktueller denn je

Die bis Sonntag dauernde Bibelkonferenz steht unter dem Jahresthema „hiobsBOTSCHAFT“. Rund 800 Christen aus unterschiedlichen Kirchen, Gemeinden und Werken setzen sich dabei mit dem biblischen Buch Hiob auseinander. Nach Angaben der Veranstalter gehören die Themen Leid, Gerechtigkeit und Vertrauen zu den bis heute aktuellen Fragen des christlichen Glaubens.

In einer Videobotschaft würdigte der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, die historische Bedeutung Bad Blankenburgs für die evangelische Allianzbewegung. Angesichts von Kriegen, gesellschaftlichen Konflikten und persönlichen Krisen sei die Gestalt Hiobs aktueller denn je. Am Ende finde Hiob zwar keine theoretische Antwort auf die Frage nach dem Leid, wohl aber die Begegnung mit Gott.

Bis Sonntag stehen Bibelarbeiten, Podien, Workshops, eine Messe mit rund 60 christlichen Werken und Organisationen auf dem Programm. Die Allianzkonferenz blickt dabei auch auf ihre 140-jährige Geschichte in Bad Blankenburg zurück.