Woidke erinnert an Neonazi-Opfer Noël Martin
Blankenfelde-Mahlow (epd).

Am 30. Jahrestag des rassistischen Anschlags auf den Briten Noël Martin im brandenburgischen Mahlow ist an das Opfer rechtsextremer Gewalt erinnert worden. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) betonte anlässlich der Gedenkveranstaltung am Dienstag, der gebürtige Jamaikaner stehe „wie kaum ein anderer für Mitmenschlichkeit im Angesicht des Hasses“. Er stehe zugleich „für Freundlichkeit als Antwort auf Hetze und für Versöhnung als den besten Weg in die Zukunft“.

Bei dem Neonazi-Angriff vom 16. Juni 1996 in Mahlow am südlichen Berliner Stadtrand wurde der 36-jährige Bauarbeiter Noël Martin schwer verletzt. Er war danach querschnittsgelähmt und rund um die Uhr auf Pflege angewiesen, um den Alltag zu bewältigen. Am 14. Juli 2020 starb er in Birmingham in Großbritannien kurz vor seinem 61. Geburtstag an den Spätfolgen des Angriffs. Die Täter waren Ende 1996 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Gegen Rechtsextremismus und Gewalt

Woidke erklärte, Noël Martin sei ein Vorbild. Er habe „in bewundernswerter Weise auf schlimmste Gewalt reagiert“ und bis zu seinem Tod unermüdlich gegen Rassismus und für die Menschenwürde und für Verständigung gekämpft, trotz des Leids, das er habe ertragen müssen. Dieses Vermächtnis wirke bis heute nach.

Der Ministerpräsident betonte, er sei der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow dankbar dafür, dass sie die Erinnerung an Noël Martin wachhalte und den Jahrestag mit einer Demokratiewoche begleite. Mit dem Gedenken werde „ein Zeichen gegen Rechtsextremismus, gegen Gewalt und für den Zusammenhalt in einer freien, friedlichen und offenen Gesellschaft“ gesetzt.