Weltweit leben nach Angaben der Claims Conference schätzungsweise noch 196.600 Holocaust-Überlebende in mehr als 90 Ländern. Dies sei ein Rückgang gegenüber den rund 220.000 Überlebenden, die im Januar 2025 als lebend geschätzt wurden, teilte die jüdische Organisation am Dienstag in Berlin mit. Die Hälfte (50 Prozent) aller Überlebenden lebe in Israel, 17 Prozent in Westeuropa und 18 Prozent in Nordamerika. Etwa elf Prozent der Überlebenden leben den Angaben zufolge in Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
In Deutschland gebe es rund 10.700 Überlebende, hieß es weiter. Zu den Ländern mit den meisten jüdischen Holocaust-Überlebenden gehören Israel mit 97.600 Überlebenden, die USA (31.000), Frankreich (17.300), Russland (14.300), die Ukraine (5.200), Kanada (4.800), Ungarn (2.800), Australien (2.000) und Belarus (1.600). Im Durchschnitt sind jüdische Holocaust-Überlebende etwa 87 Jahre alt, das Altersspektrum reiche von 79 bis über 100 Jahre.
Mehrheit der Überlebenden weiblich
Nahezu alle jüdischen Holocaust-Überlebenden (97 Prozent) seien sogenannte „Kinderüberlebende“, die 1928 oder später geboren wurden. Die Mehrheit ist den Angaben zufolge weiblich (62 Prozent). Rund 34 Prozent der Überlebenden - etwa 68.000 Personen - erhielten monatliche Rentenzahlungen, die von der Claims Conference ausgehandelt worden seien. 71 Prozent der Überlebenden - etwa 139.000 Personen - erhalten laut Claims Conference derzeit soziale Unterstützungsleistungen oder haben diese im vergangenen Jahr erhalten. Insgesamt ermordeten die Nationalsozialisten im Holocaust rund sechs Millionen Juden und Angehörige weiterer Minderheiten