Für ihr gesellschaftliches Engagement sind in Dresden der Verein Pro Colore aus Bautzen und die Initiative Demokratisches Erzgebirge mit dem Sächsischen Förderpreis für Demokratie ausgezeichnet worden. Zudem erhielt am Donnerstag die Dresdner Bildungsinitiative „Spreuweizen“ den Peter-Henkenborg-Preis des sächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Als „Kommune der Demokratie“ wurde die Stadt Colditz für ihren Aufarbeitungsprozess zu organisierter Kriminalität und rechter Gewalt ausgezeichnet.
Anerkennungspreise erhielten die migrantische Selbstorganisation Gozaara aus Bautzen, der Verein Nura Leipzig und das Bündnis Hochschulen Leipzig gegen Antisemitismus. Der Sächsische Förderpreis für Demokratie wurde zum 20. Mal an Menschen, Initiativen und Kommunen verliehen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Das Jubiläum war Anlass für ein Podium zum demokratischen Engagement in Sachsen.
Demokratie wird vor Ort verteidigt
Landessozialministerin Petra Köpping (SPD) sagte anlässlich der Preisverleihung, demokratisches Engagement sei in Zeiten von Hassrede, Desinformation und Diskriminierungen wichtiger denn je. Es seien „Geschichten gelingender Demokratiearbeit zu erzählen“, sagte die Ministerin. Solidarität und Vielfalt sowie Menschen, die Verantwortung übernehmen, seien zu unterstützen. Demokratie werde vor Ort verteidigt, in den Kommunen, Vereinen, Verbänden und von ehrenamtlich Engagierten, betonte Köpping.
Der Sänger und Aktivist Sebastian Krumbiegel sagte: „Wir dürfen nicht leiser werden, zu sagen, dass sich der Ton verändert hat.“ Ein rauer, destruktiver Umgang sei mittlerweile in Talkshows und in den Parlamenten üblich. „Viele Errungenschaften der Moderne stehen wieder zur Disposition, sie werden offen angegriffen“, sagte Krumbiegel, der auch Mitglied der Jury des sächsischen Demokratiepreises ist. Dagegen müsse vorgegangen werden.
Kritik an Kürzungen für Projekte
„Die Demokratie ist ernsthaft in Gefahr“, sagte Krumbiegel anlässlich der Preisverleihung weiter. Er halte Kürzungen für Demokratieprojekte und auch für Kulturprojekte „für einen fatalen Fehler“.
Dresdens Schauspielintendant Joachim Klement rief dazu auf, keine Gelegenheit auszulassen, die Demokratie zu verteidigen. „Wir können es nicht laufen lassen, wir dürfen nicht zurückhaltend sein“, sagte Klement. Zur Rolle des Theaters sagte der Intendant: „Wir können Menschen nahebringen, wozu sie fähig sind, wenn sie die Möglichkeiten bekommen.“
Der Sächsische Förderpreis für Demokratie wird ausgelobt von der Sebastian Cobler Stiftung, der Dirk Oelbermann Stiftung, der Freudenberg Stiftung, der Holger Koppe Stiftung und der Amadeu Antonio Stiftung. Die Preisübergabe fand im Kleinen Haus des Dresdner Staatsschauspiels statt.