Redmann: Rechtsextremismus gesamtgesellschaftlich begegnen
Potsdam, Cottbus (epd).

Nach mehreren rechtsextremen Vorfällen in Cottbus hat Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) vor wachsender Gewaltbereitschaft Jugendlicher gewarnt. Bei jungen Menschen habe in den vergangenen Jahren der „Hang zu politisch motivierter Gewalt stark zugenommen“, sagte Redmann am Donnerstag im RBB-Rundfunk. Der weiteren Ausbreitung des Rechtsextremismus insbesondere im Süden Brandenburgs entgegenzutreten, sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, betonte er. Ziel der Täter sei, die Region auch mit Überfällen zu prägen.

Redmann sagte, zur Aufklärung der Straftaten in Cottbus sei eine polizeiliche Ermittlungsgruppe eingerichtet worden. Dort werde „mit allen Mitteln, die die Kriminologie bietet, gerade versucht, der Täter habhaft zu werden“. Einrichtungen wie die Synagoge der Stadt würden zudem besser geschützt. An der Synagoge waren vor einigen Tagen antisemitische Schmierereien und ein Hakenkreuz angebracht worden. Einer der weiteren Vorfälle richtete sich gegen einen evangelischen Pfarrer.

Sozialarbeit wenig wirksam

Redmann sagte, Demokratieprojekte gegen Rechtsextremismus seien zwar wichtig. Angesichts der „Übermacht der Radikalisierung“, die derzeit vom Internet und den sozialen Medien ausgehe, sei deren Arbeit jedoch nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Auch Sozialarbeit sei dagegen wenig wirksam.

„Wir müssen auch an die Plattformen ran“, sagte der Innenminister. Indizierte rechtsextreme Musik sei im Internet frei verfügbar und werde auf Plattformen ausgespielt. „Hier wird eine ganze Generation gegenwärtig verblendet“, sagte Redmann: „Das können wir uns nicht gefallen lassen.“