Opfer rechter Gewalt: Gedenktafel erinnert an Beate Fischer
Berlin (epd).

Mit einer Gedenktafel wird künftig in Berlin an die 1994 von vier Neonazis ermordete Beate Fischer erinnert. Die im Boden eingelassene Tafel wurde am Donnerstag in der Emmentaler Straße in Berlin-Reinickendorf, wo Fischer ermordet wurde, im Rahmen einer Gedenkfeier enthüllt, wie das Bezirksamt mitteilte.

Mit der Tafel solle ein „Zeichen gegen das Vergessen, gegen Hass und Gewalt sowie für Menschlichkeit“ gesetzt werden, teilte der Bezirk weiter mit. Beate Fischer war zum Zeitpunkt des Mordes laut Amadeu Antonio Stiftung 32 Jahre alt, hatte zwei Kinder im Alter von vier und sechs Jahren und arbeitete als Prostituierte.

2018 als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt

Am 23. Juli 1994 sei sie von vier Männern im Alter zwischen 18 und 21 Jahren am Berliner Ostbahnhof angesprochen worden. Fischer sei den Neonazis - ob freiwillig oder unfreiwillig sei unklar - in eine Wohnung in der Emmentaler Straße gefolgt. Dort sei sie über Stunden vergewaltigt, misshandelt sowie gefoltert und schließlich ermordet worden, hieß es. Die Täter konnten demnach gefasst werden. Drei wurden laut Stiftung nach Jugendstrafrecht zu neun und zehn Jahren Haft verurteilt, der vierte Täter habe eine lebenslange Haftstrafe erhalten.

In der Öffentlichkeit hatte laut Amadeu Antonio Stiftung nach dem Mord weder der rechtsextreme Hintergrund der Täter noch das misogyne, also frauenverachtende, Motiv zunächst Beachtung gefunden. Erst 24 Jahre später, 2018, sei Fischer offiziell als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt worden.