Neuer Unesco-Lehrstuhl an Technischer Hochschule Brandenburg
Brandenburg an der Havel, Bonn (epd).

An der Technischen Hochschule Brandenburg ist ein neuer Unesco-Lehrstuhl eingerichtet worden. Er werde sich der Digitalisierung von kulturellem Erbe in Krisengebieten des Nahen Osten und Nordafrikas widmen, wie die Hochschule und die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn am Freitag gemeinsam mitteilten. Geleitet wird der Lehrstuhl von der Professorin für Digitale Medien, Julia Schnitzer und dem Informatik-Professor Thomas Preuß.

„Unser kulturelles Erbe stiftet Identität und ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt enorm wichtig“, erklärte die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission Maria Böhmer. Gerade in Krisenregionen sei es aber besonders gefährdet. Digitale Technologien eröffneten neue Möglichkeiten, dieses Erbe für kommende Generationen zu bewahren und weltweit zugänglich zu machen.

Zusammenarbeit mit Syrien im Aufbau

Der Lehrstuhl werde sich der Entwicklung und Anwendung kosteneffizienter digitaler Verfahren zur Archivierung, Dokumentation und Virtualisierung von materiellem und immateriellem Kulturerbe widmen. Dazu zählen etwa die Digitalisierung und virtuelle Rekonstruktion von Museen, Bibliotheken, historischen und geologischen Stätten.

Die Brandenburger Hochschule arbeite dafür mit zahlreichen Partnern im Irak, dem Libanon, Jordanien, Sudan und Oman. Eine Zusammenarbeit mit Syrien sei im Aufbau.

Hybride Lehrformate für Menschen vor Ort

Ferner sollen hybride Lehrformate und eine digitale Plattform aufgebaut werden, über die Studierende und Wissenschaftler aus Krisenregionen an Forschung und Lehre in Brandenburg beteiligt werden können. In Deutschland gibt es bislang 17 Unesco-Lehrstühle.