Zum internationalen Holocaust-Gedenktag rufen Vertreter der jüdischen Gemeinschaft zum Eintreten für Demokratie und zum Protest gegen Antisemitismus auf. Es sei höchste Zeit, dass aufrechte Demokraten aufstehen und Zivilcourage beweisen, schreibt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, in einem Beitrag für das Portal „t-online“. Das Internationale Auschwitz Komitee sieht das Gedenken an den Völkermord der Nationalsozialisten von den aktuellen politischen Entwicklungen überschattet.
Dessen Vizepräsident Christoph Heubner erklärte, die Überlebenden des Holocaust in aller Welt fragten sich, ob sich die Demokratien und ihre Bürgerinnen und Bürger der Gefahren hinreichend bewusst seien, die von hasserfüllter Rhetorik rechtsextremer und populistischer Politiker und Parteien ausgehe.
„Diese Kräfte werden weiter erstarken“
Schuster schrieb in seinem am Montagabend veröffentlichten „t-online“-Gastbeitrag, schon jetzt seien die Kräfte beträchtlich, „die uns als jüdische Gemeinschaft aus dem öffentlichen Leben verdrängen und der Sichtbarkeit, welche die Überlebenden des NS-Terrors erstritten hatten, berauben wollen“. „Diese Kräfte werden weiter erstarken, wenn wir es als Gesellschaft nicht schaffen, die bedrohlichen Entwicklungen zu stoppen“, warnte er.
Der internationale Holocaust-Gedenktag wird jährlich am 27. Januar begangen. Er erinnert an die sechs Millionen von den Nationalsozialisten ermordeten Juden und die weiteren Opfer der NS-Herrschaft. Der Tag geht auf die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 zurück