Unter dem Motto „Solidarisch queer. Haltung zeigen - für eine Zukunft ohne Angst!“ haben sich am Samstag in Hamburg Hunderttausende zur Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) versammelt. In der Innenstadt setzten sie ein lautes und buntes Zeichen für die Rechte der queeren Community. „Jetzt erst recht!“ zählte dabei zu den häufigsten Plakataufschriften. Die Polizei Hamburg und der veranstaltende Verein Hamburg Pride sprachen von rund 300.000 Teilnehmenden an der CSD-Demonstration. Laut Hamburg Pride waren das „so viele wie nie zuvor“.
Zum Demo-Start fand eine Gedenkminute für die Opfer des Anschlags auf den CSD in Berlin statt. Hamburg Pride rief zu gesellschaftlicher Solidarität auf und forderte, dass alle für Gleichberechtigung einstehen. An der Demo in Hamburg nahmen auch die Veranstalter des Berliner CSD mit einem eigenen Truck teil. An dem Wagen war ein Banner mit dem Schriftzug „We will dance again“ (Wir werden wieder tanzen) angebracht.
Mehr als doppelt so viele Kräfte eingesetzt
Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD am vorangegangenen Wochenende waren in Hamburg die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden. Konkrete Gefährdungshinweise lagen laut Innenbehörde und Polizei nicht vor, dennoch habe man die Polizeipräsenz deutlich verstärkt. Das Lagezentrum der Polizei Hamburg sprach nach der CSD-Demo von mehr als doppelt so vielen Einsatzkräften wie im Vorjahr. „Das Einsatzkonzept ist voll aufgegangen“, hieß es. Die CSD-Demo sei friedlich verlaufen.
Bei dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag in Berlin war am 25. Juli ein Kastenwagen in eine Menschenmenge gefahren. Eine 65-jährige Frau wurde getötet, 31 Menschen wurden teils schwer verletzt. Der 21-jährige Tatverdächtige wurde später bei einem Polizeieinsatz getötet.