Dem Land Berlin fehlen zum Start des neuen Schuljahrs 2026/27 noch rund 500 Lehrkräfte. Auch wenn es bei der Fachkräftegewinnung und dem Halten der Lehrkräfte deutliche Fortschritte gegeben habe, sei das Thema weiterhin wichtig, sagte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) am Freitag in der Hauptstadt. Durch die Wiedereinführung der Verbeamtung im Jahr 2023, die zuvor ausgesetzt war, habe dieses Defizit abgebaut werden können.
Das Land sei so als Arbeitgeberin attraktiver geworden. Dies zeige sich auch in der Anstellung von jungen Lehrkräften, die ihr Referendariat in Berlin absolvierten. 590 von ihnen seien zum Schuljahresbeginn als neue Lehrkräfte eingestellt worden, im Vorjahr seien es noch 529 gewesen. Vor dem Beginn der Verbeamtungen hätten junge Lehrkräfte oft nach Stellen in Brandenburg gesucht, berichtete Günther-Wünsch. Die Schule beginnt in Berlin am Montag.
12.632 Anträge auf Verbeamtung
Das Land Berlin beschäftigt den Angaben zufolge derzeit 35.700 aktive Lehrkräfte. Rund 2.000 Vollzeitstellen seien zum Schuljahr 2026/27 neu besetzt worden. Der Bedarf wird mit insgesamt 33.392 Vollzeitstellen angegeben, 679 mehr als im vergangenen Schuljahr.
Berlin sei das letzte Bundesland gewesen, das seine Lehrkräfte nicht verbeamtet habe. Erst im Februar 2023 trat das dazugehörige Gesetz in Kraft. Seit diesem Zeitpunkt bis Ende Juli 2026 sind den Angaben nach 12.632 gültige Anträge auf Verbeamtung beim Land eingegangen. Momentan könnte allen neuen Lehrkräften, die die Qualifikationen erfüllen, eine Verbeamtung in Aussicht gestellt werden. 63 Prozent der Lehrkräfte seien im August 2026 verbeamtet gewesen. Im Schuljahr 22/23 seien es nur 29,2 Prozent gewesen.
Mehr Schülerinnen und Schüler trotz weniger Einschulungen
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Berlin bleibe trotz weniger Schulanfängern auf einem Höchststand, hieß es. Für das Schuljahr 2026/27 werden an den öffentlichen und privaten allgemeinbildenden Schulen insgesamt rund 404.910 Schülerinnen und Schüler erwartet, gut 1.200 mehr als im vergangenen Schuljahr, sagte Günther-Wünsch.
Grund seien Zuzüge von Kindern und Jugendlichen, die meist nicht in der ersten Jahrgangsstufe einstiegen. Für das neue Schuljahr werden 35.550 Schulanfängerinnen und -anfänger erwartet, 274 weniger als im vergangenen Schuljahr.
Weiterhin Bedarf an Schulplätzen und Lehrkräften
Weiter gebe es ein großes Defizit an Schulplätzen, sagte Günther-Wünsch. Die Klassenzimmer seien nach wie vor voll. Zum Schuljahr 2026/27 seien rund 8.000 neue Schulplätze geschaffen worden. Im Laufe des Folgejahres 2027/28 sollen rund 6.700 weitere Plätze entstehen.
In vier Jahren werde der geburtenstärkste Jahrgang eingeschult. Der Zuwachs von Schülerinnen und Schülern halte vermutlich bis 2030 an. Danach werde er aufgrund der demografischen Entwicklung des Landes und der niedrigen Geburtenrate voraussichtlich stagnieren. Ab dann soll an einer Verkleinerung von Klassenstärken gearbeitet werden, weswegen weiterhin ein Bedarf an Gebäuden und Lehrkräften bestehen werde.