Opfervertreter haben zum 65. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August das Leid durch das DDR-Grenzregime in den Fokus gerückt. Die Berliner Mauer und die innerdeutsche Grenze seien „bleibende Symbole des SED-Unrechtstaats“, die hunderte Todesopfer forderten, sagte der Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Johannes Beleites, am Montag in Magdeburg mit. Der Mauerbau am 13. August 1961 sei „eine moralische Bankrotterklärung der SED-Diktatur“ gewesen, fügte Beleites hinzu.
Der Aufarbeitungsbeauftragte erinnerte daran, dass in diesem Zusammenhang auch die Grenzanlagen mit Minenfeldern und später Selbstschussanlagen massiv verstärkt wurden. Zudem kam es ab Oktober 1961 erneut zu „Zwangsaussiedlungen von angeblich politisch unzuverlässigen Personen aus den Sperrgebieten an der Grenze“, sagte Beleites. Allein in Sachsen-Anhalt seien hunderte Menschen betroffen gewesen.
Innerdeutsche Grenze soll Welterbestätte werden
Mittlerweile gilt das „Grüne Band“ an der früheren innerdeutschen Grenze als einer der größten Biotopverbünde Europas. Beleites forderte vom Land und den im Landtag vertretenen Parteien, sich für eine Anerkennung als gemeinsame Natur- und Weltkulturerbestätte bei der Unesco einzusetzen. So könne die Erinnerung an das SED-Unrecht und seine Opfer dauerhaft wachgehalten und auch international sichtbar gemacht werden.
Zudem müssten auch künftig ausreichend Gelder bereitgestellt werden, um Fahrten von Schulklassen an das „Grüne Band“ und zu den Gedenkstätten wie etwa in Marienborn zu ermöglichen. Dort gebe es ideale Möglichkeiten für fächerübergreifende Projekte zu Natur und Geschichte.