Mehr heimisches Saatgut für Schleswig-Holstein
Heidmoor (epd).

Schleswig-Holstein stärkt die Versorgung mit heimischem Saatgut für Baumschulen, den Waldumbau, Ausgleichsflächen und Renaturierungsprojekte. Am Mittwoch ist die erste Samenplantage für heimische Sträucher in der Försterei Hasselbusch bei Heidmoor eröffnet worden. Gleichzeitig würden auf dem Gelände neue Waldflächen entstehen, teilte das Umweltministerium mit. „Wir nehmen die Herausforderung, qualitativ hochwertiges gebietseigenes Saatgut im Land verfügbar zu machen, sehr ernst“, sagte Forstministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) bei der Eröffnung.

Seit dem 2. März 2020 schreibt das Bundesnaturschutzgesetz vor, dass bei Pflanzmaßnahmen in der freien Landschaft nur Saat- und Pflanzgut aus der jeweiligen natürlichen Herkunft verwendet werden dürfe. Besonders für Sträucher sei jedoch die Verfügbarkeit von zertifiziertem Pflanzgut am Markt oft begrenzt.

Kombination für mehr Saatgut

Durch die Kombination von Saatgutplantagen und natürlichen Saatgutbeständen in Wäldern wollen die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) die Versorgung mit gebietseigenem Saatgut sicherstellen. Damit soll künftig mehr heimisches Saatgut für Pflanzungen, Renaturierungen und Ausgleichsmaßnahmen verfügbar sein.

Die Fläche in Heidmoor umfasst insgesamt 14,6 Hektar, auf denen neuer Wald entsteht. Etwa zehn Prozent der Fläche würden für heimische Sträucher genutzt, die zugleich als Samenplantage dienen. Ziel seien rund 65.000 Bäume und Sträucher, darunter 5.000 heimische Sträucher wie Hasel, Schwarzer Holunder, Hundsrose, Pfaffenhütchen, Schneeball und Schlehe.

Das Land Schleswig-Holstein unterstützt die Neuwaldbildung mit 700.000 Euro jährlich. Die Gesamtkosten für die Anlage der Samenplantage betragen laut Ministerium etwa 140.000 Euro. Ein weiterer Standort sei bereits in der Revierförsterei Satrup geplant.