In den Küstengewässern der Nordsee werden einer Studie zufolge jährlich 200 Millionen Tonnen Sand, Kies und Schlick durch Ausbaggern und Verklappen hin- und hertransportiert. Wie das Helmholtz-Zentrum Hereon am Mittwoch mit Bezug auf eine neue Studie des Helmholtz-Zentrums in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) mitteilte, ist das Wattenmeer davon besonders stark betroffen. Das Baggergut könne künftig genutzt werden, „um den Meeresboden in Gebieten wachsen zu lassen, die nicht genug Sedimente auf natürlichem Weg ablagern“, hieß es. Dadurch könne der Anstieg des Meeresspiegels ausgeglichen werden. Die Studie wurde vor kurzem im Fachjournal „Nature communications“ veröffentlicht.
Derzeit werde ermittelt, welche Gebiete im Wattenmeer für das Wachsen des Meeresbodens durch Baggergut infrage kommen. Da insbesondere Schlick aus Häfen unter anderem chemisch belastet sein könne, müssten die Auswirkungen auf die Meeresumwelt vorher genau geprüft werden. Eine gezielte Umlagerung des Materials könne nur im Einklang mit dem Naturschutz geschehen.