Greenpeace fordert die Renaturierung und einen stärkeren Schutz natürlicher Kohlendioxid-Senken wie Wälder und Moore. Anlass ist ein neuer Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP, der ein zeitweiliges Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze dokumentiert. Zugleich müssten die Kohlendioxid-Emissionen in allen Bereichen deutlich schneller sinken, erklärte die Umweltschutzorganisation laut Mitteilung am Mittwoch in Hamburg.
Ozeane könnten schon jetzt durch die Erwärmung deutlich weniger Kohlenstoffdioxid aufnehmen, deshalb seien Wälder und Böden die Hoffnungsträger, um dem CO2-Überschuss etwas entgegenzusetzen, hieß es.
Klare Strategie gefordert
Mit Blick auf die kommende Klimakonferenz in der Türkei fordert Greenpeace von der Bundesregierung eine klare Strategie für die Elektrifizierung, um den Ausstieg aus fossilen Energien zu beschleunigen und zugleich die Entwicklung von Zukunftstechnologien wie Wärmepumpen, Batteriezellen und intelligente Stromnetze (Smart Grids) zu fördern. Klimaschutz gehöre als Gemeinschaftsaufgabe ins Grundgesetz.
„Klimapolitische Versäumnisse haben die 1,5-Grad-Grenze gerissen“, erklärte Greenpeace-Klimaexperte Jannes Stoppel. Er warnte: Ein zeitweiliges Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze berge unkalkulierbare Kipp-Risiken in den Erdsystemen.