Bundesamt: Extrem hohe Wassertemperaturen in Nord- und Ostsee
Hamburg, Rostock (epd).

Die Nordsee war im vergangenen Jahr so warm wie noch nie. Auch die Ostsee erlebte 2025 rekordverdächtige Werte, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Mittwoch mitteilte. Es warnte, mit der Erwärmung der Meere steige auch der Meeresspiegel. BSH-Präsident Helge Heegewaldt forderte deshalb mehr Einsatz für den Klimaschutz. So lasse sich Zeit gewinnen - etwa, um Küsten besser zu schützen.

2025 erreichte die Nordsee den Angaben nach mit einer mittleren Temperatur von 11,6 Grad Celsius den höchsten Wert der BSH-Datenreihe seit 1969. Im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1997 bis 2021 sei es in der Nordsee 0,9 Grad wärmer gewesen.

Die Oberflächentemperatur lag 2025 im Jahresdurchschnitt in allen Bereichen der Nordsee mindestens 0,5 Grad über dem langjährigen Mittel, in vielen Regionen sogar mehr als 1 Grad darüber. Analysen hätten gezeigt, dass die Erwärmung aber nicht nur an der Oberfläche, sondern in der gesamten Wassersäule stattfindet.

„Meere speichern enorme Wärmemengen“

Mit 1,46 Millionen Petajoule speicherte die Nordsee dabei laut dem Amt so viel Wärme wie nie zuvor, etwa 35.000 Petajoule mehr als im Vorjahr. Die Differenz entspreche etwa dem Dreifachen des deutschen Primärenergieverbrauchs in 2024. Dass die Meere enorme Wärmemengen speicherten, sei Folge des fortschreitenden Klimawandels.

Das Jahresmittel der Oberflächentemperatur der Ostsee lag den Angaben zufolge 2025 bei 9,7 Grad Celsius, ein Anstieg von 1,1 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1997 bis 2021. Damit sei 2025 das zweitwärmste Jahr für die Ostsee seit Beginn der BSH-Datenreihe in 1990 gewesen. Nur 2020 sei wärmer gewesen. Die Oberflächentemperaturen der Ostsee lagen in fast allen Gebieten mindestens 0,5 Grad über dem langjährigen Mittel.

Je wärmer die Meere, desto häufiger träten sogenannte marine Hitzewellen auf, hieß es. Diese Extremereignisse von mindestens fünf Tagen Dauer mit ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen für Zeit und Ort setzten Flora und Fauna im Meer unter Druck.

Laut BSH ist der Meeresspiegel in Cuxhaven seit 1900 um über 25 Zentimeter und in Warnemünde um knapp 20 Zentimeter gestiegen. Bis 2100 könnte der globale Meeresspiegel um 0,63 bis 1,01 Meter steigen, verglichen zur Referenzperiode von 1995 bis 2014, hieß es.