Die Folgen des Klimawandels treffen bestimmte Bevölkerungsgruppen stärker als andere. Deshalb fordert das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern, soziale Gerechtigkeit im Klimaschutzplan des Landes verbindlich zu verankern, wie es am Mittwoch mitteilte.
„Klimaschutz darf nicht auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen werden“, erklärte Birthe Frenzel, Koordinatorin für Klimagerechtigkeit beim Eine-Welt-Landesnetzwerk MV. Zum bundesweiten Hitzeaktionstag am Donnerstag macht das Netzwerk auf die ungleich verteilten Auswirkungen von Hitze auf die Bevölkerung aufmerksam. Unter anderem Menschen in schlecht gedämmten Wohnungen oder Menschen, die im Freien arbeiten, könnten sich Hitzewellen kaum entziehen.
Schwangere besonders gefährdet
„Diese Unterschiede sind keine Randnotiz der Klimapolitik, sondern ihr Kern“, sagte Frenzel. Klimaschutz sei dann sozial gerecht, wenn er bei den Menschen ankomme, die den Folgen der Klimakrise am stärksten ausgesetzt seien. Eine besonders gefährdete Gruppe seien auch Neugeborene und Schwangere: „Bei hohen Temperaturen steigt unter anderem das Risiko für Frühgeburten deutlich“, erklärte Kathrin Herold vom Deutschen Hebammenverband.
Laut dem Klimaverträglichkeitsgesetz des Landes wird in diesem Jahr erstmals ein Klimaschutzplan erstellt. Der Plan solle konkrete Ziele und Maßnahmen für die Sektoren Energie, Gebäude, Verkehr, Landwirtschaft, Industrie und Abfallwirtschaft enthalten. Ab dem Jahr 2028 würden alle Landesressorts dazu verpflichtet, regelmäßig über ihre Fortschritte zu berichten.