Das Bündnis für das Wohnen in Hamburg setzt seine gemeinsame Arbeit fort. Bündnispartner aus Senat, Wohnungswirtschaft und Bezirken unterzeichneten dazu am Mittwoch eine Vereinbarung, wie die Wohnbehörde mitteilte. An erster Stelle der gemeinsamen Tätigkeit stehe weiterhin, die Wohnbevölkerung mit bezahlbarem und lebenswertem Wohnraum zu versorgen, hieß es. Neben dem Wohnungsneubau werde aber auch der Bestandsumbau in der laufenden Legislatur eine zentrale Rolle spielen.
Das Bündnis für das Wohnen besteht seit 2011. In den zurückliegenden 15 Jahren wurden den Angaben zufolge in Hamburg rund 145.000 Wohnungen genehmigt und über 110.000 neue Wohnungen fertiggestellt, davon allein über 30.000 neue Sozialwohnungen.
Daneben zeige die in der Hamburger Mietenstudie ausgewiesene „moderate Durchschnittsmiete von 9,11 Euro pro Quadratmeter“ den Erfolg der kooperativen Wohnungsbaupolitik des Bündnisses, hieß es. Die Arbeit des Bündnisses beeinflusse „die Situation des Hamburger Wohnungsmarktes trotz anhaltender Krisenlagen positiv“, so die Behörde.
Mieterverein und Diakonie erheben Forderungen
Der Mieterverein zu Hamburg begrüßte die Anstrengungen, erinnerte aber daran, dass Wohnungsneubau ohne Gemeinwohlorientierung nicht automatisch bezahlbar für diejenigen sei, die ihn dringend benötigen. „Wir bekräftigen daher unsere Forderung, städtische Akteure stärker in die Verantwortung zu nehmen als dies derzeit durch den Senat passiert“, sagte Vorsitzender Rolf Bosse.
Dazu gehöre insbesondere, die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Saga und Unternehmen mit städtischer Beteiligung noch intensiver in den Wohnungsbau einzubinden. Nur so werde sich bezahlbarer Wohnraum in annähernd angemessener Zahl realisieren lassen", erklärte Bosse. Um diese Entwicklung zu unterstützen, schlug der Mieterverein gezielte finanzielle Anreize vor, etwa über die Hamburger Investitions- und Förderbank.
Auch die Diakonie Hamburg appellierte, die Not der Ärmsten in den Fokus zu nehmen und den Neubau Wohnungsamt-gebundener Sozialwohnungen voranzutreiben. Zudem sollte die Saga stärker in die Pflicht genommen werden, „indem die Versorgungsverpflichtung für vordringlich Wohnungssuchende erhöht wird“, erklärte Stefanie Koch, Wohnungslosen-Expertin der Diakonie.