Fast jeder dritte Jugendliche in Schleswig-Holstein und Hamburg ist durch Schulstress stark belastet. 32 Prozent der 14- bis 17-Jährigen in den beiden Bundesländern fühlten sich stark durch Schulstress beeinträchtigt, teilte die Barmer-Krankenkasse Schleswig-Holstein am Freitag mit. Die Zahlen entstammen der Auswertung der Sinus-Jugendstudie im Auftrag der Barmer.
„Die Ergebnisse sind ein deutliches Warnsignal. Schule soll fordern, aber auch fördern und Perspektiven eröffnen. Sie darf nicht zu dauerhafter Überforderung führen“, erklärte Anneke Riehl, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Schleswig-Holstein.
Schulstress wird deutlich häufiger als starke Belastung empfunden als andere Faktoren. 17 Prozent fühlten sich durch familiäre Belastungen stark beeinträchtigt, 14 Prozent durch psychische Erkrankungen.
Mädchen bundesweit besonders betroffen
Bundesweit sind Mädchen besonders betroffen. 42 Prozent von ihnen berichten von starker Belastung durch Schulstress, bei den Jungen sind es 25 Prozent. Der deutliche Unterschied zeige, „dass Prävention und Gesundheitsförderung bei Jugendlichen noch stärker an unterschiedliche Belastungserfahrungen angepasst werden müssen“, sagte Riehl.
Trotz dieser Belastungen blickt ein Großteil der Jugendlichen aus dem Norden positiv nach vorn. Rund 80 Prozent sehen ihre Zukunft optimistisch, 82 Prozent seien mit ihrem Leben zufrieden. „Umso wichtiger ist es, diese Zuversicht durch gesunde Lernbedingungen, realistische Anforderungen und rechtzeitige Unterstützung zu erhalten“, erklärte Riehl.