Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (Parteilos) erwartet von der Stadt Hamburg eine stärkere Beteiligung an der Finanzierung des Reeperbahn Festivals. Das Festival sei „dank der massiven Unterstützung des Bundes eine Erfolgsgeschichte“ und zähle heute „zu den international wichtigsten Plattformen der Musikwirtschaft“, sagte Weimer dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag. Damit das so bleibe, müsse die Finanzierung „künftig fairer verteilt werden“, erklärte Weimer. „Wer von der Strahlkraft des Festivals profitiert, sollte auch Verantwortung für seine Finanzierung übernehmen“, forderte der Minister. Die Hamburger SPD-Fraktion hatte Mitte Juli kritisiert, der Haushaltsentwurf des Bundes für 2027 sehe „eine weitere drastische Kürzung“ vor, nachdem der Bund seine Förderung bereits „in den vergangenen beiden Jahren schrittweise reduziert“ habe.
Weimer erläuterte: „Noch in den vergangenen Jahren hat der Bund rund 90 Prozent der öffentlichen Zuschüsse getragen, Hamburg gut 5 Prozent. Im laufenden Jahr leistet der Bund immer noch knapp 75 Prozent, Hamburg nur gut 25 Prozent.“ Er erwarte, „dass sich die Stadt Hamburg künftig deutlich stärker beteiligt“.
SPD-Fraktion kritisiert „einseitige Schwerpunktsetzung“
Hansjörg Schmidt, Sprecher für Kreativwirtschaft der Hamburger SPD-Fraktion, hatte Mitte des Monats erklärt: „Wer das Reeperbahn Festival schwächt, schwächt den Musikstandort Deutschland.“ Während die Zuschüsse für die Bayreuther Festspiele nach Schmidts Worten „offenbar steigen sollen“, wolle Weimer „die Förderung für eines der bedeutendsten Festivals für Clubkultur und Musikwirtschaft in Europa nahezu halbieren“. Schmidt sprach von einer „einseitigen Schwerpunktsetzung“, die „eines Kulturstaatsministers nicht würdig“ sei.