Die Hamburger Kulturbehörde hat die Preisträger der diesjährigen Hamburger Literaturpreise bekanntgegeben. Hamburger Buch des Jahres ist der Roman „Im Licht des neuen Tages“ von Jarka Kubsova (S. Fischer Verlag), wie die Kulturbehörde am Freitag mitteilte. Der Sachbuchpreis der „Zeit“-Stiftung Bucerius geht an Ruth Hoffmanns Buch „Raubzug von rechts“ (Goldmann). Die Jury vergab außerdem sieben Preise in den Kategorien Roman, Erzählung, Drama/Lyrik/Experimentelles, Kinder- und Jugendbuch und Comic sowie drei Preise für literarische Übersetzungen. Die Preise sind mit je 8.000 Euro dotiert, die Übersetzungspreise mit je 4.000 Euro. Die Preisverleihung soll am 7. Dezember im Literaturhaus Hamburg erfolgen.
„Im Licht des neuen Tages“ von Jarka Kubsova erzählt von der Schriftstellerin Elli Hajek, die sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus zurückzieht und sich dabei an Viktorka erinnert, eine Figur aus den Erzählungen ihrer tschechischen Großmutter. Viktorka wurde nach einem schwerwiegenden Ereignis für wahnsinnig erklärt und lebte fortan allein im Böhmischen Wald. Was folgt, ist den Angaben nach ein fesselnder Roman über zwei Frauen, die sich ihrer Vergangenheit stellen und dabei erstmals zu sich selbst finden.
Förderung der ansässigen Literaturszene
In „Raubzug von rechts“ zeigt Ruth Hoffmann, wie die Neue Rechte demokratische Begriffe für sich beansprucht. Fünf Schlagworte betrachtet die Autorin: Nation, Freiheit, Familie, Demokratie und Widerstand. Sie zeigt, wie Rechtspopulisten die Begriffe gezielt umdeuten und für rassistische, sexistische und ausgrenzende Botschaften nutzen.
Die Kulturbehörde fördert mit den Hamburger Literaturpreisen die ansässige Literaturszene. Die Vergabe des Comic-Preises wird vom Hamburger Comicfestival begleitet. Eine Lesung, auf der alle Preisträgerinnen ihre ausgezeichneten Texte präsentieren, sei für das Frühjahr 2027 geplant.