Hamburg: Kampnagel macht Baustelle zur Bühne
Hamburg (epd).

Das Hamburger Kulturhaus Kampnagel baut um und macht die Transformation selbst zum Programm. Ab September beginne auf Kampnagel einer der größten Umbau- und Sanierungsprozesse der Geschichte des Hauses, dabei werde die Baustelle in einen künstlerischen Möglichkeitsraum verwandelt, teilte die Spielstätte am Montag mit. Das Motto der Spielzeit 2026/2027 laute „Under Creation. The Show Goes On.“.

Während der ersten Bauphase bleibe mit der Halle k6 die größte Bühne erhalten. Bespielt werde sie mit internationalen Gastspielen, großen Tanzproduktionen, Konzerten und Kooperationen. Darüber hinaus werde die Baustelle selbst zur Bühne: Absperrungen, Bauzäune, Abrissarbeiten und Übergangszustände würden unter dem Titel „Performative Baustelle“ sichtbar gemacht und künstlerisch befragt. Und während Kampnagel sich baulich verändere, erweitere sich zugleich sein Radius, indem unter dem Label „K And The City“ Produktionen in den öffentlichen Raum verlagert würden.

Baustelle als queer-feministischer Raum der Transformation

Zu den Produktionen in der Halle k6 zählt den Angaben nach unter anderem „F*ucking Future“ des portugiesischen Choreografen Marco da Silva Ferreira. Darin untersuche er die politischen und sozialen Choreografien einer Gesellschaft im Umbruch.

Auf der Baustelle würden internationale und lokale Kunstschaffende wie Göksu Kunak, Stefan Kaegi, Hools of Fashion oder Daniel Dominguez Teruel Projekte für das Gelände im Wandel entwickeln. Bereits zum Auftakt diskutiere Jack Halberstam die Baustelle als queer-feministischen Raum der Transformation.

Zentrales Projekt der „K And The City“-Ausrichtung sei „Key To The City“ des New Yorker Künstlers Paul Ramírez Jonas. Bis zu 15.000 Hamburgerinnen und Hamburger würden einen Schlüssel erhalten, der Zugang zu normalerweise verschlossenen Orten ermögliche. So werde die Stadt eingeladen, ihre eigenen Räume neu zu entdecken.