Annalise-Wagner-Jugendpreis geht an Luise Hartke aus Neubrandenburg
Neubrandenburg (epd).

Die 17-jährige Schülerin Luise Hartke aus Neubrandenburg bekommt für ihre Erzählung „Wahltag. 15.03.2126“ den 11. Annalise-Wagner-Jugendpreis. Ihr kurzer, bildstarker Text spiele „in einer dystopischen Szenerie, genau in 100 Jahren, genau an dem Ort, der heute ihre Heimatstadt ist“, teilte die Stadt Neubrandenburg am Donnerstag in Neubrandenburg mit. „Kaum erträgliche Hitze tagsüber, eiskalte Nächte, der Tollensesee eine trockene Senke. In dieses Szenario versetzt Luise Hartke ihren Protagonisten Unar, zeitlich weit voraus“, heißt es zur Begründung von der Jury. Die dystopische Zukunftsvision „bleibt im Kopf“, das offene Ende zwinge zum Nachdenken, nicht zuletzt durch den Brückenschlag zwischen den Zukunftsfragen Klimawandel und Demokratie.

Der Preis ist mit 200 Euro dotiert. Er soll am 26. Juni in Neustrelitz verliehen werden. Dann wird auch die Berliner Autorin Helene Bukowski ausgezeichnet. Sie erhält den mit 2.500 Euro dotierten 35. Annalise-Wagner-Preis für ihren dritten Roman „Wer möchte nicht im Leben bleiben“.

Die Auszeichnung ist ein Vermächtnis der Heimatforscherin Annalise Wagner (1903-1986). Er war 1991 der erste neue Kulturpreis, der nach der Wende in MV ins Leben gerufen wurde, und gehört zu den anerkannten regionalen Literaturpreisen.