Für die aufwändige Restaurierung der historischen Meyer-Orgel in Siebeneichen (Kreis Herzogtum-Lauenburg ) ruft die Kirchengemeinde zum Spenden auf: Da die Kosten für das Projekt gestiegen sind, fehlen 80.000 Euro, um die Restaurierung abzuschließen, wie der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg am Mittwoch mitteilte. Erbaut wurde das Instrument im Jahr 1847 von der Orgelbaufirma Eduard Meyer aus Hannover. Es sei die einzige erhaltene Meyer-Orgel in Schleswig-Holstein und damit „ein bedeutendes kulturhistorisches Zeugnis“, hieß es.
Ziel der Arbeiten sei es, die Orgel technisch und klanglich möglichst originalgetreu wiederherzustellen. „Der Klang ist eher etwas dunkler, melodiebetont, rund und kraftvoll, aber ohne die steilen und glänzenden Klänge einer Barockorgel“, sagte Organist Cornelius Schneider-Pungs. Eine Meyer-Orgel eigne sich für romantische Orgelliteratur wie von Mendelssohn.
80.000 Euro Finanzierungslücke
Seit 2025 werde die Orgel in der Werkstatt des Orgelbauers Jörg Bente bei Hannover restauriert. Dabei würden originale Bauteile und Pfeifen sorgfältig aufgearbeitet und, soweit möglich, wiederverwendet. Die ursprünglich veranschlagten Kosten von rund 420.000 Euro hätten sich im Zuge der Arbeiten auf etwa 500.000 Euro erhöht, hieß es. Daraus ergebe sich derzeit eine Finanzierungslücke von rund 75.000 bis 80.000 Euro. „Dass es jetzt teurer wird, ist schmerzlich, aber es wäre schade, wenn wir jetzt nicht alles erledigen könnten“, sagte Organist Schneider-Pungs.
Die Kirchengemeinde Siebeneichen ruft derzeit auch in einem Brief an die Gemeindemitglieder zu Spenden auf. Ziel sei es, die Restaurierung rechtzeitig abzuschließen, sodass die Orgel voraussichtlich zu Pfingsten 2027 - rund 180 Jahre nach ihrer Erbauung - wieder in der St. Johannis-Kirche erklingen könne. Die Finanzierung des Projekts wird maßgeblich durch den evangelischen Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, den Bund und das Land Schleswig-Holstein getragen.