Nordkirche reduziert bischöfliche Ämter
Lübeck-Travemünde (epd).

Die evangelische Nordkirche wird ihre Leitungsebene neu organisieren. Dazu hat die Landessynode am Donnerstag mit großer Mehrheit ein Eckpunktepapier beschlossen. Kern des Papiers ist, dass aus bisher vier bischöflichen Ämtern in Zukunft drei werden. Das bisher von Kristina Kühnbaum-Schmidt bekleidete Amt der Landesbischöfin soll im neuen Modell wegfallen.

Verbleiben sollen drei bischöfliche Personen auf Augenhöhe. Sie sollen die geistliche Leitung ebenso wie die repräsentativen Aufgaben übernehmen. Gesamtkirchliche Themen wie Frieden, Klima oder Bildung sollen künftig verbindlich und dauerhaft unter den drei Personen aufgeteilt werden.

Sprengel bleiben

Die Neukonzeption sieht vor, dass die bestehenden Sprengel - Schleswig und Holstein, Hamburg und Lübeck sowie Mecklenburg und Pommern - bleiben. Diesen werden die bischöflichen Ämter weiterhin zugeordnet. Dies soll die regionale Bindung an die Gemeinden und den Kontakt ins Bundesland hinein sichern.

Hintergrund für die Neuausrichtung seien auch die sinkenden Mitgliederzahlen und die damit sinkenden Kirchensteuereinnahmen. Mit der Streichung eines bischöflichen Amtes können die Kosten für eine Bischofskanzlei eingespart werden.

Gesetzentwurf vorbereiten

Während die derzeitige Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt bereits ihren vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand zum 1. Oktober 2027 verkündet hat, laufen die Amtszeiten in den Sprengeln Hamburg und Lübeck sowie Mecklenburg und Pommern im Jahr 2029 regulär aus.

Das beschlossene Eckpunktepapier ist eine Richtungsentscheidung. Auf dieser Grundlage bittet die Landessynode jetzt die Kirchenleitung, die Umgestaltung der Gesamtleitungsstruktur zu prüfen, weiter auszuarbeiten und der Landesynode dann einen Gesetzentwurf vorzulegen.