Die Wanderausstellung „Zuflucht geben - gemeinsam hoffen“ zum Thema Kirchenasyl macht auch Halt an mehreren Orten in Mecklenburg-Vorpommern. Die Schau gebe Einblicke in die Perspektive von Geflüchteten, die im Kirchenasyl Schutz gefunden hätten, teilte der Pommersche Evangelische Kirchenkreis am Montag mit.
„So wird das Thema Abschiebungen und der Widerstand gegen die damit einhergehende Entwürdigung sichtbar“, sagte Lars Müller, Flüchtlingsbeauftragter im Kirchenkreis Mecklenburg. Die Ausstellung stelle das Kirchenasyl als „eine mögliche christliche Praxis der Gastfreundschaft und Solidarität“ dar und wolle Kirchengemeinden dazu einladen, sich zu engagieren und Zeichen der Unterstützung zu setzen.
Zunächst stoppt die Wanderausstellung vom 6. bis zum 16. Februar in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde der Baptisten in Rostock. Anschließend macht „Zuflucht geben“ Halt in Bad Doberan, Schwerin, Greifswald und Tribsees.
Das Kirchenasyl
Das Kirchenasyl entstand im Herbst 1983 als ökumenische und politische Bewegung in Berlin. Die Heilig-Kreuz-Kirche nahm damals eine von Abschiebung bedrohte palästinensische Familie auf. Es gelte als „ultima ratio“, um durch zeitlich befristeten Schutz eine unmittelbar drohende Abschiebung abzuwenden und eine erneute, sorgfältige Überprüfung des Schutzbegehrens zu ermöglichen. Mit den zuständigen staatlichen Behörden werde zusammengearbeitet.
Laut aktueller Statistik sind die Fallzahlen neu begonnenen Kirchenasyls in der evangelischen Nordkirche im vergangenen Jahr gesunken, in Mecklenburg-Vorpommern von 17 auf 13 Fälle.