Die Diakonie startet die Winternothilfe für wohnungslose Menschen in Schleswig-Holstein. Die Tagestreffs und Beratungsstellen der diakonischen Wohnungslosenhilfe werden in den Wintermonaten ihre Öffnungszeiten erweitern, wie die Diakonie am Freitag mitteilte. Das Land fördere die Nothilfe mit 50.000 Euro, die Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein steuere 15.000 Euro bei. Im vergangenen Jahr hätten über 10.000 Rat- und Hilfesuchende die Winternothilfe in Anspruch genommen.
Die Winternothilfe richte sich an wohnungslose Menschen, die „Platte machen“, also auf der Straße leben. Sie lehnten es meist ab, in den bestehenden Notunterkünften zu übernachten. Oft scheuten sie die schwierigen Lebensbedingungen in den Unterkünften, in denen es kaum Privatsphäre gebe.
„Kälte, Regen und Schnee - nach den Hitzetagen im Sommer müssen sich Menschen ohne Obdach in den kommenden Monaten erneut auf schwieriges Wetter einstellen“, sagte Landespastor und Diakonievorstand Heiko Naß. „Die Gefahr, dass sie krank werden oder sogar erfrieren, ist hoch.“
Appell an jeden Einzelnen
In den Tagestreffs und Beratungsstellen gibt es laut Diakonie heiße Getränke und die Möglichkeit, sich aufzuwärmen, zu duschen und ins Internet zu gehen. Die Menschen erhielten für den Notfall Schlafsäcke, Isomatten, Zelte, warme Kleidung und festes Schuhwerk.
Nachts könnten Betroffene die Notunterkünfte nutzen, die vielerorts von Kommunen oder der Diakonie betrieben würden. Zudem betreue die Diakonie in den Wintermonaten wieder zusätzliche Notschlafplätze in Husum, Lübeck, Elmshorn und Norderstedt.
Die Diakonie appellierte an Cafés und Restaurants, Menschen ohne Obdach kostenlosen Zugang zu ihren sanitären Einrichtungen zu gewähren. Kirchengemeinden rief sie auf, Räume zum Aufwärmen zu öffnen. Letztlich gehe der Aufruf an jeden Einzelnen: Schon eine Tasse mit heißem Tee oder eine Suppe könnten helfen. Gehe es obdachlosen Menschen nicht gut, sollte der Notruf 112 informiert und Hilfe geholt werden.