Der Naturschutzbund (Nabu) hat zur Hilfe für junge Schwalben und Mauersegler aufgerufen, die aufgrund der Hitze ihre Nester verlassen haben und sich hilflos am Boden befinden. Diese Vögel brüteten häufig in Spalten, Hohlräumen oder Nestern unter Dächern, die sich bei anhaltend hohen Temperaturen stark aufheizten, erklärte der niedersächsische Nabu-Landesverband am Dienstag. Die Jungvögel seien den Temperaturen dort schutzlos ausgeliefert. Sie könnten nicht fliehen, nicht selbst für Abkühlung sorgen und trügen so die Folgen einer menschengemachten Klimakrise mit.
„Uns erreichen in den vergangenen Tagen vermehrt Meldungen über junge Mauersegler und Schwalben, die am Boden sitzen oder bereits verendet aufgefunden werden“, sagte Nabu-Sprecher Lamin Neffati. Hätten die Jungvögel das Nest einmal verlassen, würden sie von ihren Eltern in der Regel nicht weiter versorgt: „Ohne menschliche Hilfe haben sie dann kaum eine Überlebenschance.“
Bei verletzten Vögeln ist fachkundige Hilfe nötig
Wer einen Jungvogel finde, solle zunächst prüfen, um welche Vogelart es sich handele, hieß es. Besonders bei Mauerseglern und Mehlschwalben sei schnelle Hilfe wichtig. Anschließend sollte der Zustand des Tieres vorsichtig eingeschätzt werden. Wirke der Vogel verletzt, stark geschwächt oder apathisch, sollte umgehend fachkundige Hilfe hinzugezogen werden. Sei der Jungvogel unverletzt und das Nest gut erreichbar, könne er vorsichtig zurückgesetzt werden. Sei ein Zurücksetzen nicht möglich, sollten sich Finderinnen und Finder schnell an eine fachkundige Pflegestelle, eine Wildvogelhilfe oder den Nabu wenden.