Hitze im Krankenhaus: Klimaanlagen kühlen vor allem Funktionsbereiche
s:70:"Hitze im Krankenhaus: Klimaanlagen kühlen vor allem Funktionsbereiche";
Hitze im Krankenhaus: Klimaanlagen kühlen vor allem Funktionsbereiche
Hannover (epd).

Angesichts der großen Sommerhitze sind Niedersachsens Kliniken um einen möglichst effektiven Hitzeschutz bemüht. Bei Krankenhaus-Neubauten werde dies heute vorwiegend durch eine ausreichende Isolation und Wärmedämmung sowie durch Kühlungsmöglichkeiten erreicht, sagte der Sprecher der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG), Piet Schucht, am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). In Operationssälen, auf Intensivstationen oder in Laboren würden Klimaanlagen eingesetzt.

Klimaanlagen seien jedoch kein krankenhausweiter Standard: „Der Einsatz von Klimaanlagen ist mit hohen Investitions- und Betriebskosten verbunden“, sagte der Sprecher. Besondere Fördermittel gebe es dafür nicht. Landesweite Zahlen zum Einsatz von Klimaanlagen liegen der NKG nach eigenen Angaben nicht vor. Der Verband vertritt alle 160 Krankenhäuser in Niedersachsen.

Mehr Trinkwasserbrunnen im Einsatz

Bei Neubauten würden Verschattungselemente, wärmedämmende Materialien und Fenster sowie Dach- und Fassadenbegrünungen eingeplant, hieß es. Gartenanlagen würden umgebaut und Flächen entsiegelt. Zudem kämen vermehrt Trinkwasserspender zum Einsatz.

Krankenhausgebäude seien oftmals sehr alt, erläuterte Schucht: „Selbst wenn die finanziellen Mittel vorhanden wären, ließen sich Klimaanlagen häufig nur mit erheblichem baulichem Aufwand nachrüsten.“ Schucht betonte: „Angesichts der wirtschaftlichen Schieflage vieler Krankenhäuser und der aktuell geplanten Kürzungen ist es mehr als fraglich, wie die Kliniken verstärkt in kostenintensive Maßnahmen für zusätzlichen Hitzeschutz investieren sollen.“

Personal achtet auf Ernährung und Medikamente

Um negative Folgen der Hitze zu vermeiden, komme auch dem Klinikpersonal eine zentrale Rolle zu, hieß es. So achteten die Mitarbeitenden darauf, dass die Patienten genug trinken. Zudem würden Ernährung und Kleidung sowie die Medikamente angepasst. Das Klinikum Osnabrück hatte kürzlich mitgeteilt, dass dort auf den Geriatrie- und Palliativstationen Fächer verteilt würden, mit denen die Menschen sich Luft zuwedeln können.